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Zukünftige Konferenzen

DatumTagungsortVeranstaltungStatusTitel und Abstract meines Vortrags
21.-25.09.2020Kiel 10. Deutscher Archäologie Kongress Session wegen Covid-19 ausgesetztDas ‚Blue Growth‘ Synergiepotential in der Denkmalpflege: Fallbeispiele aus dem BalticRIM-Projekt zu einem aktiven Unterwasser-Kulturmanagement

Im BalticRIM-Projekt geht es vorrangig um die Integrierung des Unterwasserkulturerbes in die Maritime Raumordnungsplanung, in dessen Zuge eine Abwägung der Interessen und Rechtsansprüche unterschiedlicher Sektoren vorgenommen wird. Das gesamte Küstenmeer ist als Bundeswasserstraße definiert und somit bleibt die Freiheit der Schifffahrt unangetastet. Nachrangig werden die Raumansprüche anderer Sektoren wie die Offshore-Windenergie, Rohstoffabbau, Naturschutz und Denkmalschutz gegeneinander abgewogen, wobei der Interessenskonflikt oftmals vorprogrammiert zu sein scheint. Historische Wracks sind Kulturdenkmale, aber auch noch vieles mehr. Sie können auch Tauchziele sein, natürliche Habitate für Meeresbewohner und – als solche – beliebte Fanggründe, Seekriegsgräber und Gefahrenbereiche mit Kampfmittelresten. Viele Wracks sind in der Nachkriegszeit auf den bloßen Verdacht auf Kampfmittel vorsorglich gesprengt worden, Wracks wurden aufgrund ihrer Habitatfunktion gezielt von Schleppnetzfischern angesteuert und durch Netzhaker in Mitleidenschaft gezogen. Archäologische Objekte wurden von Tauchern als Andenken geborgen und somit für immer aus dem Kontext gerissen. Und in Folge der Steinfischerei, bei der Findlinge und eiszeitliches Geröll vom Meeresgrund gefischt wurde, entfalteten küstenparallele Bodenströmungen in Ermangelung an Hindernissen ihre volle erosive Wirkung auf Sedimentschichten, unter denen für Jahrtausende Siedlungsschichten eingelagert und auf natürliche Art geschützt waren, nun aber zunehmend bedroht sind. Eine Einbeziehung des Unterwasserkulturerbes über das Instrument der Maritimen Raumplanung birgt die Möglichkeit die Gefahrenpotentiale anderer Nutzungsarten systematisch abzuwägen, dessen oftmals negative Auswirkung auf das Unterwasserkulturerbe in den wohl wenigsten Fällen bewusst in Kauf genommen wurde und nicht selten in Unkenntnis denkmalpflegerischer Belage erfolgte. Dieser Abwägungsprozess ist allerdings nicht nur von Interessenskonflikten charakterisiert, sondern gleichzeitig bestehen auch Chancen Synergieeffekte zu bilden, auf die in diesem Vortrag eingegangen werden sollen, wie z.B. das gemeinsame Interesse mit Umweltschützern bei der Überprüfung von Netzhaker-Positionen, die nicht nur zur Entdeckung von „Geisternetzen“ führen können, sondern auch neuen Wrackfunden. Auch die Frage nach dem Verbleib von havarierten oder außer Dienst gestellten Traditionsschiffen berührt viele Interessensgruppen. Anstelle des Abwrackens könnte ein nicht mehr schwimmfähiges Traditionsschiff eine neue Verwendung als Tauchziel, Unterwassermuseum, Touristenmagnet, natürliches Habitat und wissenschaftliches Studienobjekt bekommen. Ist ein Schiffsfriedhof mit gesetzlichen Schutzstatus nach dem Vorbild der US-amerikanischen National Marine Sanctuaries in Deutschland überhaupt möglich? Auch die Frage zur Einbeziehung von Sporttauchern in der archäologischen Denkmalpflege ist in Deutschland umstritten und daher noch weitaus weniger ausgeprägt als in Ländern wie Großbritannien oder Finnland, wo eine solche Zusammenarbeit im Sinne der citizen science bereits als Selbstverständlichkeit empfunden wird. Kann ein solches Modell auch in Schleswig-Holstein erfolgreich sein? Das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein hat bereits in vielfältiger Weise von den sich anbahnenden Synergieeffekten profitiert, die in diesem Beitrag zusammen mit den noch offenen Fragen skizziert werden sollen.
23.-29.08.2021Helsinki (Finnland)7th In­ter­na­tional Con­gress for Un­der­wa­ter Ar­chae­ology auf 2021 verschoben wegen Covid-19
26.09.-01.10.2021Zadar (Kroatien)16th International Symposium on Boat & Ship Archaeology Vortrag eingereichtAn early 17th-century ‚half-carvel‘ construction in the North Frisian Wadden Sea: The Japsand wreckage near Hallig Hooge, Germany

In February 2017 an articulated slab of mixed lapstrake and carvel planking was discovered east of Japsand, an outer shoal of the island of Hooge in Germany. In May another slab of evidently the same wreck was discovered at a distance of 400m. With a terminus post quem of 1609 it is the second oldest so-called ‚half-carvel‘ construction hitherto known after the Åkroken wreck of 1577 from the Swedish town of Sundsvall. Half carvel constructions are mainly linked to Sweden and occured between the 16th to the mid 20th century, but similar constructions are also known from Denmark, Norway and northern Germany. In contrast to most Scandinvian half-carvels, this wreck is built entirely of oak, which originated from a singular source in southern Sweden or northern Germany. Both the timber selection and way of construction indicate a rural origin, which is consistent to the type’s preconceived perception. The find location in an inhospitable and dangerous part of the Wadden Sea – bereft of natural harbours and sheltered anchorages – and the wreck’s fragmentary state suggests a violent loss, which may have been linked to a natural disaster like the historic storm floods of 1625 or 1634, which depopulated the North Frisian Islands.The location of the wreckage in the intertidal zone posed an additional challenge, as it was only accessible at low tide after traversing nearly two kilometres of tidal mudflats and creeks. The circumstances required a fast recording methodology, as newly discovered wrecks are swiftly reclaimed by the sea in this part of the world. It included an extensive photo-documentation for the creation of a SfM-photomosaic, in situ recording, and dendro-sampling. Another critical factor was the involvement of the island community, which local knowledge proved of vital importance for the reporting of new archaeological sites and the logistical support on site.